Nach 14 Jahren ist es vollbracht: Der Lippstädter Schachverein LSV/Turm hat den Aufstieg in die Oberliga geschafft.
Am entscheidenden achten Spieltag kam es zum mit Spannung erwarteten Spitzenduell zwischen dem LSV/Turm Lippstadt und seinem direkten Verfolger aus Bielefeld. Die Ausgangslage versprach Dramatik: Die Lippstädter gingen mit 14 Mannschaftspunkten als Tabellenführer in die Begegnung, dicht gefolgt vom Bielefelder SK mit 13 Punkten. Während der LSV/Turm bis dahin alle sieben Saisonspiele gewonnen hatte, stand für Bielefeld eine nahezu makellose Bilanz von sechs Siegen und einem Unentschieden zu Buche. Mit einem Sieg hätte sich der Bielefelder SK vorzeitig den Aufstieg sichern können.
Entsprechend fokussiert und in Bestbesetzung trat das Team aus Bielefeld an. Der LSV/Turm hingegen musste auf einige Stammkräfte verzichten – ein vermeintlicher Nachteil, der sich im weiteren Verlauf jedoch als bedeutungslos erweisen sollte.
Nach rund zwei Stunden setzte Tobias Graf (ELO 1995) das erste Ausrufezeichen: Er nutzte einen taktischen Fehler seiner Gegnerin konsequent aus und brachte den LSV in Führung. Was folgte, war ein nahezu beispielloser Siegeszug. „In meinen 23 Jahren beim LSV/Turm Lippstadt habe ich so einen Mannschaftskampf noch nie erlebt“, berichtete Mannschaftsführer Duc Cuong Tran im Anschluss.
Zunächst bezwang Jan Meier (ELO 2139) seinen Gegner, einen Internationalen Meister, indem er einen Angriff am Königsflügel abwehrte und anschließend erfolgreich am Damenflügel konterte. Einen ähnlich starken Verlauf zeigte FM Matthias Krallmann (ELO 2155), der seine Partie ebenfalls für sich entschied. Philipp Hötte (ELO 2141) gelang es, sich aus einer schwierigen Stellung zu befreien und einen Fehler seines Gegners auszunutzen. Weitere Siege steuerten IM Hussain Besou (ELO 2422), Janik Kruse (ELO 2139) und Chris Huckebrink (ELO 2255) bei.
Lediglich Mannschaftsführer Duc Cuong Tran (ELO 2150) musste sich mit einem Remis zufriedengeben. Am Ende stand ein beeindruckendes 7,5:0,5 auf dem Spielberichtsbogen – ein in dieser Deutlichkeit kaum erwartetes Ergebnis im Duell der beiden Topteams.
Mit diesem klaren Erfolg sicherte sich der LSV/Turm Lippstadt nicht nur bereits einen Spieltag vor Saisonende den Aufstieg in die dritthöchste Spielklasse im deutschen Schach, sondern setzte zugleich ein eindrucksvolles Zeichen an die Konkurrenz. Eine Saison, die kaum spannender hätte verlaufen können, fand damit ihren krönenden Abschluss.
