Update Jugend-WM in Al-Ain

http://chess-results.com/fed.aspx?lan=0&fed=UAE

Unter dieser Adresse sollten die Ergebnisse fehlerfrei dargestellt werden. Die offizielle Seite ist hoffentlich bald auch aktuell und fehlerfrei. Und ab heute sollen die Live-Partien geschaltet werden.

Von Hannah fernmündlich via Skype ein kleiner Zwischenbericht.

Die Anreise verlief reibungslos und das Einchecken in den Stundenwohnheimen war auch bestens vorbereitet. Jede/r Spieler/in erhielt eine offizielle Karte mit Foto, Daten sowie einem speziellen QR-Code. Dieser Code befindet sich auch auf kleinen Stickern, die jede/r Spieler/in auf sein Partie-Formular (DIN A 4-Größe) kleben muss. Am ersten Tag (18.12.) musste ich zum Frühstück eine halbe Stunde anstehen, und das nur, weil meine Gruppe unbewusst vorgedrängelt hat. Zum Mittagessen sind wir dann lieber nicht gegangen, da die Schlangen riesig und wir durch das späte Frühstück noch gesättigt waren. Die Anspannung stieg enorm, je weiter es gegen 15 Uhr Ortszeit ging. Dann wurde der Rundenbeginn auf 17 Uhr verschoben, und eigentlich ging die Runde erst um 18.15 Uhr los, denn die vielen mitgereisten Eltern und Betreuer mussten den Spielsaal verlassen (es sind nur zwei offizielle Betreuer pro Land berechtigt, in den Spielsaal zu gehen). Leider habe ich die erste Runde unnötig verloren (Figureneinsteller im 14. Zug!!!), aber da ich das erste Mal auf internationalem Parkett spiele, sei mir meine Nervosität doch ein wenig nachgesehen. Ich gelobe Besserung. Da wir freies Wi-Fi vor Ort haben, kann ich problemlos meine Mails checken, mit zu Hause skypen und mich mit meinen Trainern verabreden, denn hier ist alles flächenmäßig sehr groß, jeder hat ein Einzelzimmer, muss sich das Bad nur mit dem Nachbarzimmer teilen, und so sieht man sich zwangsläufig nicht unbedingt (habe meine Mitbadbenutzerin Stefanie noch nie im Bad angetroffen). Wir, die deutsche Delegation, ist im Female-Building untergebracht, d.h. dass hier sonst nur die Studentinnen wohnen. Der Spielsaal ist im Male-Building, und dorthin gelangt man nicht ganz so einfach, wie man es von Europa kennt. Es verläuft zwischen den einzelnen Gebieten eine Mauer, die ab und zu durch Tore unterbrochen ist. Aber nicht jedes Tor ist immer offen, also lieber keine vermeintlichen Abkürzungen mehr gehen! Ein Nachteil für uns Spielerinnen ist aber, dass es beim Spielsaal eigentlich keine Toiletten für Damen gibt (ist ja im Male-Building), und so müssen wir die Behindertentoilette (n?, Anm.: Ich weiß nicht mehr, ob Hannah von Singular oder Plural gesprochen hat.) benutzen.

Die Gastgeber sind äußerst zuvorkommend und sehr freundlich, und ich habe schon interessante Mahlzeiten zu mir genommen. Die Früchte sind hier einfach nur lecker, die Säfte haben teilweise eine sehr komische Farbe, aber es gibt so leckere Kombinationen wie Kiwi-Limette, Granatapfel-Pfirsich oder auch Blutorange-?, und neben Wasser, Apfel-, Organgen- und Multivitaminsaft ist auch das Angebot an Getränken sehr reichhaltig.

Gestern bin ich, als ich aus dem Spielsaal kam und mich über meine Angriffspartie und den ersten Punkt freute, interviewt worden. Die Kamera lief und ich musste schnell feststellen, dass Englisch in “freier Wildbahn” viel mit improvisieren zu tun hat. Ich denke aber, ich konnte das meiste klar und verständlich äußern.

Wer das graue Wetter in Deutschland satt hat, dem empfehle ich den Winter in den VAE. Heute morgen war es etwas frischer als sonst, es waren nur 21°C, als ich zum Frühstück um 8 Uhr ging. Es ist so angenehm, im T-Shirt draußen ein wenig spazieren zu gehen und die Universität zu erforschen. Die Moschee neben dem Volleyballplatz habe ich schon gefunden, nun suche ich noch die Schwimmhalle, um die eine oder andere Bahn zu ziehen (Gruß an dieser Stelle auch an meinen Schwimmverein, der mir im Vorfeld für Schach immer Raum gelassen hat).

Die Gestaltung der Weihnachtstage läuft auch auf Hochtouren. Am 25.12. ist spielfrei, vielleicht kann ich mir ja Dubai ansehen. Und eine Wüstentour würde ich mir auch wünschen, es ist alles so faszinierend hier. Aber hauptsächlich bin ich ja hier um an den Brettern zu kämpfen und dies genieße ich auch in vollen Zügen.

Herzlichen Dank noch einmal an den LSV für die Unterstützung und auch für das Daumendrücken.

Bis zum nächsten Zwischenbericht viele Grüße von Hannah.