LSV / Turm Lippstadt II – Gütersloher SV II

von Benjamin Prior

Am vergangenen Sonntag lieferten sich die beiden zweiten Mannschaften von Lippstadt und Gütersloh einen packenden Fight in der Regionalliga. Während die Gütersloher recht ordentlich in die Saison gestartet waren und im Tabellenmittelfeld liegend die Aufgabe eher entspannt angehen konnten, war die Begegnung für uns (bzw. die zweite Mannschaft) von eher existentieller Bedeutung dahingehend, dass ein Heimsieg nötig war, um den Anschluss an die Nichtabstiegsplätze wieder herzustellen. Dies gelang nach einem harten Arbeitstag:

Die erste Entscheidung fiel am zweiten Brett zu einem relativ frühen Zeitpunkt: In leicht vorteilhafter Stellung einigte sich Christoph Nolte aus mannschaftstaktischen Gründen auf ein Remis, was sich im Nachhinein betrachtet auszahlen sollte. Nachdem Maximilian Scheer immer wieder entscheidende Schwächen in der gegnerischen Verteidigung hatte provozieren können, erreichte er per Abzug und Springergabel materiellen Vorteil und sorgte nach routinierter und abgeklärter Vorstellung für den ersten vollen Punkt und die Lippstädter Führung.

Auch Faouzi Borjini erwischte einen Sahnetag: In einer sehr taktischen Partie konnte er mit seiner Dame in die gegnerische Königsstellung eindringen und seinen Spielpartner so früh unter Druck setzen. Dieser konnte den gefährlichen Drohungen nicht über die gesamte Spieldauer standhalten und Faouzi gewann. Wenig später erreichte Tobias Graf mit den schwarzen Steinen gegen seinen guten Kontrahenten ein Remis: Obwohl beide bemüht waren spielentscheidenden Vorteil zu erlangen, blieb die Stellung stets im Gleichgewicht und ein Remis die logische Konsequenz. Zur Halbzeit standen die Chancen auf den ersten Heimsieg mit einer 3:1-Führung im Rücken sehr gut, doch Gütersloh sollte es noch einmal spannend machen…

Denn die beiden folgenden Partien gingen jeweils etwas unglücklich verloren: Während Bastian Podgacki über die offene g-Linie einen ambitionierten Angriff startete, hatte auch Detlef Köhlers in einer spannenden Partie am Spitzenbrett stets leichten Vorteil. Beide Spieler konnten, der Zeitnot geschuldet, ihre guten Stellungen jedoch leider nicht halten und mussten dann doch noch ihren Kontrahenten zum Sieg gratulieren. Spielstand: 3:3.

In einer ziemlich positionellen Partie mit verteilten Spielanteilen lieferte ich mir mit meinem Gütersloher Gegner über insgesamt 89 Züge ein enges Match. Im Läuferendspiel gelang es mir aber noch einen entfernten Freibauern umzuwandeln und so nach 5:30h Spielzeit hauchdünn zu gewinnen. Matchwinner war unmittelbar danach Waldemar Laurenz, der mit einem frühen Figurenverlust denkbar ungünstiggestartet war . Doch mit großem Kampfgeist konnte er trotz der Minusfigur das Blatt tatsächlich noch wenden und erreichte ein Endspiel Turm+Springer+Bauer gegen Turm+2Bauern. Dieses gewann er und sorgte somit für den umjubelten Schlusspunkt. Endstand: 5:3.

imageDieser wichtige Heimsieg ermöglichte es uns  sogar, die rote Laterne abzugeben, und bei nur noch einem Punkt Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz rückt auch das geplante Saisonziel wieder in greifbare Nähe. Mit neuem Selbstvertrauen gestärkt steht für die Zweite nun im Februar ein Auswärtsspiel in Herford auf dem Terminplan.

 

Drei strahlende Sieger – von links nach rechts: Benjamin, Waldemar, Faouzi. Maxi war zu diesem Zeitpunkt leider nicht mehr da …