Vorgabe-Dauerturnier, 14.10.2012

Die letzte Woche könnte die bewegteste in der bisherigen Geschichte des VDT gewesen sein! Es hat sich im Blitzturnier einiges ereignet:

– Es gab den ersten Tabellenplatzwechsel seit Einführung der Dauertabelle! Waldemar hält sich inzwischen dauerhaft auf einem hohen Wert, und da er so zum neunten (!) Mal in Folge seinen Schnitt anheben konnte, ist er nun an Andreas K. vorbeigezogen auf den sechsten Platz.

Tobias G. hat einen neuen persönlichen Bestwert erzielt: 55 Punkte! Und das scheint noch nicht „das Ende der Fahnenstange“ zu sein – immer vorausgesetzt natürlich, er findet auch die Zeit, auf dem Spielabend vorbeizuschauen.

– Die Dauertabelle hat ihren zwölften „Bewohner“ – Christopher hat seine 20. Partie gespielt! Bisher waren noch mehr Niederlagen als Siege darunter, aber das ist zum großen Teil meine Schuld, da ich Christopher mit einer deutlich zu hohen Punktzahl ins Turnier aufgenommen habe (den Rest seiner Niederlagen hat er selbst zu verantworten durch die häufigen Versuche, „schön“ zu gewinnen, statt einfach alles rauszutauschen und mit dem Mehrmaterial den Punkt sicher nach Hause zu bringen; aber dieser Verlockung erliegt ja längst nicht nur er …)

Dauertabelle Blitz (ab 20 Partien)                                       Insgesamt: 549 Partien | Oktober: 48 Partien

Name

DWZ

Partien

g

v

r

Punkte

Schnitt

+/-

1.

Ingemars

2295

96

51

37

8

66

62,6

0

52

69

52

2.

Andreas F.

2108

226

112

102

12

60

57,2

± 0

50

63

47

3.

Cuong

2036

32

18

13

1

55

54,2

0

50

58

50

4.

Tobias G.

1968

30

16

10

4

54

51,4

+ 0,6

48

55

47

5.

Georg H.

1838

157

79

73

5

53

50,3

+ 0,3

47

55

44

6.

Waldemar

1872

86

42

41

3

49

47,5

+ 0,2

48

53

43

7.

Andreas K.

1839

89

44

40

5

51

47,4

0

47

53

42

8.

Alexander

1624

45

19

22

3

41

43,9

– 0,2

44

47

40

9.

Georg C.

1521

90

41

43

6

41

40,4

– 0,1

43

46

35

10.

Dominik G.

1623

85

39

43

3

40

39,6

+ 0,3

44

44

36

11.

Olaf

1341

49

24

23

2

43

39,0

+ 0,3

42

43

35

12.

Christopher

1035

20

4

13

3

30

33,9

N

39

39

29

Partien – Anzahl der bisher gespielten Partien, g – gewonnen, v – verloren, r – remis, Punkte – aktueller Punktewert, Schnitt – Punktdurchschnitt über alle Partien, +/- – Änderung gegenüber der Vorwoche (N = Neu in der Liste; 0 = keine Teilnahme), • – Startwert, – höchster erreichter Wert (rot – neu erzielt), – tiefster erreichter Wert.

Auf der schachlichen Seite ist mir aus dieser Woche nichts im Gedächtnis geblieben, ich greife daher einfach mal in die Vorratskiste – so ganz ohne Schachlichen Inhalt wirken all die Zahlen doch etwas leblos?!

Andreas F. – Bernhard, VDT (Blitz), 7.9.2012

Hättest du das auch gezogen, wenn da kein Bauer gestanden hätte? Das ist eine der Bemerkungen, die man sich anhören muss, wenn man mal wieder mit der Dame auf Bauernjagd gegangen ist, das Feld, auf dem die Dame dann landet, aber für die Stellung an sich gänzlich bedeutungslos ist. Aber na ja, so sind wir gemeinen Schachspieler eben gestrickt: Von gegnerischen Figuren besetzte Felder ziehen den Blick wie das Denken magisch an …

In dieser Blitzpartie aus dem VDT sind eigentlich beide Könige schon matt. Wenn Weiß mit der Dame nach h3 geht, schlägt der schwarze Springer den weißen Turm auf d1 mit Schach; danach hat Weiß keine Zeit, den Springer zu nehmen – er verlöre seine Mattdrohung, Schwarz ginge mit seiner Dame in die a-Linie samt Matt – und ist zu Kb1 gezwungen; danach kehrt der schwarze Springer nach c3 zurück, und es ist Dauerschach. In der Partie folgte aber:

1. Th1 x h8 + Kg8 x h8

2. Td1 – h1 + Kh8 – g8

3. Df3 – h3

Gegenüber dem Zug Dh3 in der Anfangsstellung fehlt nun der schwarze Läufer auf h8 und der weiße Turm auf d1, was aber an der inneren Logik de rStellung nicht das geringste ändert: Schwarz gibt das Springerschach auf d1, und die Partie wird remis.

Für’s Auge hat sich aber sehr wohl was geändert: Das Springerschach geht nicht mehr mit dem Schlagen des weißen Turms einher!

In der Partie suchte Schwarz eine Lösung für die Stellung, brauchte dafür aber zu lange – und überschritt die Zeit.

Ich werde es nie beweisen können, aber ich bin mir sicher, Schwarz hätte die Rettung gefunden, hätte Weiß in der Anfangsstellung sofort die Dame in die h-Linie gezogen und auf d1 ein Leuchtfeuer brennen lassen in Form eines schlagbaren Turms! Daher, als Training für’s Auge sozusagen, hier noch die Züge bis zum Remis:

3. … Sc3 – d1 +

4. Kb2 – b1 Sd1 – c3 +

5. Kb1 – b2 Sc3 – d1 +

– Remis.